5. Türchen:

Alice Salomon (1872-1948)

Alice Salomon vermutlich aus der ersten Hälfte der 1920er-Jahre.

„Es gibt ein größeres Glück, als den Genuss des
Lebens; nämlich das Gefühl, dass unsere Lebensarbeit
die Welt zu einem glücklicheren Wohnort für die Menschheit gemacht hat.“

Alice Salomon

Als Tochter einer großbürgerlichen jüdischen Familie wird Alice eine Berufstätigkeit zunächst verwehrt. Doch sie lässt sich nicht entmutigen. Ab 1893 engagiert sie sich ehrenamtlich für echte Sozialfürsorge anstatt der in ihren Kreisen sonst üblichen „Wohlfahrt“. Diese Arbeit inspiriert sie 1908 zur Gründung der ersten Sozialen Frauenschule im Deutschen Reich. Hier werden junge Frauen auf eine zukünftige Berufstätigkeit in der Sozialarbeit vorbereitet. Salomons Schule wird bald im ganzen Land nachgeahmt. Sie gilt als Wegbereiterin der heutigen Hochschulausbildung in der Sozialarbeit.
Auch sonst vollbringt Alice Außergewöhnliches. Sie studiert trotz fehlendem Abitur und promoviert 1906 als eine der ersten Frauen in Deutschland. Daneben wird sie zur leidenschaftlichen Frauenrechtlerin.
Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs verübelt man Alice im Bund Deutscher Frauenvereine jedoch sowohl ihre jüdische Herkunft als auch ihre Kontakte zu Frauenrechtlerinnen der Kriegsgegner. 1920 zieht sie sich deshalb aus der politischen Frauenarbeit zurück.
Während der Naziherrschaft verliert Alice all ihre Ämter und Würden. 1937 emigriert sie in die USA, wo sie im Jahr 1948 einsam verstirbt.

Marie Lacrosse