4. Türchen:

Barbara von Nikomedien (3. Jahrhundert)

Der Name hinter den Zweigen
zum 4. Dezember


Ausschnitt aus dem Barbara-Altar von Jerg Ratgeb
in der Stadtkirche Schwaigern (1510)

Die junge Barbara wurde von ihrem Vater, dem griechischer Kaufmann Dioskuros,
bevor er auf Reisen ging, stets in einen Turm gesperrt. Doch eines Tages ließ sie sich
dort christlich taufen. Als der Vater davon erfuhr, wurde sie auf seinen Befehl hin in
ein Gefängnis gebracht. Auf dem Weg verfing sich ihr Kleid in einem Kirschzweig. Sie
nahm ihn mit in Haft und benetzte ihn regelmäßig mit Wasser. Der Zweig erblühte
genau an dem Tag, es war Heiligabend, als Barbara ihr Leben verlor: Sie wurde ihres
Glaubens wegen geköpft. Soweit die Legende. Seit dem Mittelalter wird Barbara als
Patronin unter anderem der Bergleute, Architekten, Geologen, Glockengießer,
Schmiede, Steinmetze, Gefangenen und Soldaten verehrt und zählt zu den vierzehn
Nothelfern. Auch der Brauch, an ihrem Namenstag, dem 4. Dezember, Barbarazweig
aufzustellen, ist seit langem bekannt: Hierzu werden kleinere Äste von Kirschbäumen
– sie sollten dafür schon einmal Frost bekommen haben – abgeschnitten und in Wasser
gestellt. Die Umgebungstemperatur sollte dazu zimmerwarm sein. Blühende Zweige
zu Weihnachten verheißen Glück für das kommende Jahr.

Cosima Bellersen Quirini