22. Türchen:

Amelia Boynton (1911-2015)

Amelia Boynton im Jahr 2015.

„A voteless people is a hopeless people – Ein Volk ohne Stimmrecht ist ein Volk ohne Hoffnung“ ist der Wahlkampfslogan der ersten Afroamerikanerin, die sich 1964 um ein Mandat für die Demokratische Partei im Kongress bewirbt und immerhin 10 Prozent der Stimmen erringen kann: Amelia Boynton. Der Grund für diesen Slogan: Vielen Afroamerikanern wird das Wahlrecht verweigert. Dagegen geht Amelia vor, doch ein Jahr später werden Bilder aus Selma, Alabama, um die Welt gehen, die sie bewusstlos zeigen. Und Polizisten, die weiter auf sie einprügeln und sie zusätzlich mit Tränengas attackieren, statt ihr zu helfen. Amelia Boynton hatte für jenen Tag einen Protestzug mitinitiiert, einen der drei „Selma-nach-Montgomery“-Märsche. Und trotz des Angriffs der Polizisten soll sie Erfolg haben: Am 6. August 1965 unterschreibt der amerikanische Präsident Lyndon B. Johnson das „Voting Rights Act“. Ein wichtiger Meilenstein, dennoch scheint der Weg zur Gleichberechtigung selbst heute noch lang, wie die Bewegung „Black Lives Matter“ vor Augen führt. Denn insbesondere die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse vieler Schwarzer zeigen deutlich, dass eine gleichberechtigte Teilhabe an den „Segnungen des amerikanischen Lebens“ für viele immer noch in sehr weiter Ferne liegt. Doch mit Kamala Harris keimt Hoffnung auf, dass dieses Ungleichgewicht bald Vergangenheit sein könnte.

Melanie Kunze