21. Türchen:

Mutter Teresa (1910-1997)

© 1986 Túrelio (via Wikimedia-Commons), 1986
Mutter Teresa; 1986 bei einer Pro-life-Kundgebung auf dem Münsterplatz in Bonn.

Sie trat bereits mit 18 Jahren, damals noch unter ihrem eigentlichen Namen Gonxha Bojaxhu, den Loretoschwestern bei und wurde 1929 nach Indien entsandt, wo sie zunächst an Ordensschulen unterrichtete.
1950 gründete sie ihren eigenen Orden, die „Missionarinnen der Nächstenliebe“ – heute eine Organisation mit 3.000 Ordensschwestern und mehr als 500 Ordensbrüdern in 133 Ländern. Die Gemeinschaft kümmerte sich zunächst in Kalkutta um Sterbende, Waisen, Obdachlose und Kranke, besonders aber um Leprakranke. Gott selbst, so erzählte es Mutter Teresa später, habe ihr ein Zeichen gegeben, sie solle sich um die Armen kümmern. So gründet sie Waisen- und Sterbehäuser, sowie ein Leprazentrum. Auf der ganzen Welt verehrt, erhält sie 1979 den Friedensnobelpreis.
Es gibt aber auch Kritiker, die Mutter Teresa, der Ikone der Nächstenliebe und Barmherzigkeit, vorwerfen, alles andere als eine Heilige gewesen zu sein. Eine Studie von Wissenschaftlern aus Kanada, die 2013 erschien, kommt zu dem Ergebnis, in den Sterbehäusern Mutter Teresas hätten „unmenschliche Zustände geherrscht“. So heißt es in der Studie, dass die „Armen und Kranken dort unter katastrophalen und unhygienischen Zuständen dahinvegetiert“ seien, Schmerzmittel seien ihnen verweigert worden. Auch über den Verbleib der vielen Millionen Euro an Spendengeldern an Mutter Teresas Orden wird noch heute gestritten.
Fest steht aber, dass Mutter Teresa immer im religiösen Kontext handelte, sich selbst nicht als Sozialarbeiterin, nicht als frühe „Ärztin ohne Grenzen“ sah. Bei ihrer Seligsprechung 2003, nur sechs Jahre nach ihrem Tod, machte das Papst Johannes Paul II. klar: „Ihr Dienst war an Jesus selbst gerichtet, der hinter den beängstigenden Gewändern der Ärmsten steckte.“

Kerstin Mommsen