18. Türchen:

Maria Montessori (1870-1952)

Maria Montessori im Jahr 1913.

Eine der ersten Frauen in der Geschichte, die sich für Kinderrechte stark gemacht hat, ist die italienische Ärztin und Pädagogin Maria Montessori, die für nichts Geringeres als „die Entdeckung des Kindes“ steht. Aus einer gut situierten Familie stammend, ist sie von Klein auf an Naturwissenschaften interessiert und promoviert als erste Frau Italiens in der Medizin.
In ihrem Buch „Kinderrechte – Die soziale Frage des Kindes“ behandelt sie unter anderem das Recht auf Bildung und verknüpft dieses mit dem Appell, dass allen Kindern Respekt und Förderung zusteht. Das Ziel von Bildung ist für sie dabei weitaus mehr als gesammeltes Wissen. Die Kinder sollen ihre Persönlichkeit und Kreativität frei entfalten können, interdisziplinär und über den Tellerrand hinaus zu denken lernen. Das wiederum geschieht in einer Atmosphäre, die von Wohlwollen, Liebe und Empathie geprägt ist.
Erstmalig umgesetzt wird ihr pädagogisches Konzept in dem 1907 gegründeten Kinderhaus im armen römischen Stadtteil San Lorenzo. Es folgen rasch ähnliche Einrichtungen.
Dass die Montessori-Pädagogik und das dahinterstehende Menschenbild, wonach Kindern klar definierte Rechte zugesprochen werden, in Deutschland Verbreitung findet, ist übrigens auch einer Frau zu verdanken – der Berliner Lehrerin Clara Grunwald. Montessoris Schriften spiegeln ihr pädagogisches Grundverständnis wider. Nach dem ersten Weltkrieg gründet sie erst ein Montessori-Komitee, dann die Deutsche Montessori-Gesellschaft, dessen erste Vorsitzende sie wird. Auf ihre Initiative hin werden in Berlin mehrere Montessori-Volkskinderhäuser gegründet.

Julia Kröhn