17. Türchen:

Kathrine Graham (1917-2001)

Katharine Graham im Jahr 1975.

Weltruhm erlangte Katharine Graham in den 1970er-Jahren als die Journalistin und Herausgeberin der Washington Post zustimmte, am 18. Juni 1971 Teile der sogenannten Pentagon-Papiere zu veröffentlichen, nachdem gerade ein Bundesgericht die weitere Veröffentlichung des 7000-seitigen Dokuments der New York Times aus „Gründen der nationalen Sicherheit“ verboten hatte. Der stellvertretende Justizminister William Rehnquits griff zum Telefon und wollte auch bei der Washington Post die Berichterstattung unterbinden, doch die Zeitung verweigerte sich. Es kam am 30. Juni 1971 zur Verhandlung vor dem Obersten Gerichtshof, der die Veröffentlichungsverbote als nicht verfassungsgemäß wieder aufgehoben hatte: „Nur eine freie, unbehindert agierende Presse kann wirksam Täuschungen durch die Regierung aufdecken. Und über allen Verantwortlichkeiten einer freien Presse steht die Pflicht, jeglichen Teil der Regierung daran zu hindern, die Menschen zu betrügen und in ferne Länder zu schicken, um an fremdländischen Krankheiten und fremdländischen Kugeln und Granaten zu sterben.“ Damit nahmen die Obersten Richter direkt Bezug auf die Pentagon- Papiere die deutlich machten, dass die US-Regierung die Öffentlichkeit und den Kongress jahrelang systematisch über den Vietnam-Krieg belogen hatte. Auch bei der sogenannten Watergate- Affäre, die schließlich im Rücktritt von Präsident Richard Nixon am 9. August 1974 gipfelte, leistete Katharine Graham mit der Washington Post einen wichtigen Beitrag.

Melanie Kunze