16. Türchen:

Libertas Schulze-Boysen (1913-1942)

In der „Roten Kapelle“ war
Libertas Schulze-Boysen aktiv.

Libertas Schulze-Boysen (1913-1942) ist Journalistin und Filmkritikerin. Sie arbeitet in der Kulturfilmzentrale im Reichspropagandaministerium und sammelt dabei heimlich Bildmaterial über die NSKriegsverbrechen. Gemeinsam mit Mildred Harnack und anderen Mitgliedern der „Roten Kapelle“ verbreitet sie illegale Schriften und Flugblätter, darunter die regimekritischen Predigten des Münsteraner Bischofs Clemens August Graf von Galen, oder eigene Texte, in dem sie gegen den Krieg Stellung beziehen. „Mögen sich diejenigen weiter belügen lassen, die zu schwach sind, die Wahrheit zu erfahren. Mögen diejenigen weiter untätig bleiben, die zu träge sind, die Wahrheit zu suchen. Alle Verantwortungsbewussten müssen mit den Tatsachen rechnen: Ein Endsieg des nationalsozialistischen Deutschlands ist nicht mehr möglich. Jeder kriegsverlängernde Tag bringt nur neue unsagbare Leiden und Opfer.“ Viele Mitglieder der „Roten Kapelle“ bezahlen mit dem Leben, auch diese beiden Frauen werden hingerichtet. Im nationalen Gedenken der Bundesrepublik spielen sie dennoch lange Zeit keine Rolle. Während sie in der DDR rasch als antifaschistische Helden instrumentalisiert werden, denunziert man sie in der BRD noch viele Jahre nach Kriegsende als Kommunisten, Vaterlandsverräter und Moskauer Spione.

Julia Kröhn