13. Türchen:

Grace Kelly (1929-1982)

Eine Aufnahme von Prinzessin Gracia van Monaco vom
16. September 1972

Ihren letzten Leinwandauftritt hatte die US-Schauspielerin Grace Kelly als Daisy Samantha
Cord im Musical-Film Die oberen Zehntausend von Charles Walters. Am 19. April 1956 wurde sie zur First Lady des Fürstentums Monaco: Prinzessin Grace Patricia Grimaldi, Ehefrau von Prinz Rainier III. Die noch geplante Hauptrolle in dem Film Warum habe ich Ja
gesagt? wurde gestrichen. Als Entschädigung erhielt das Filmstudio die exklusiven Filmrechte an der Märchenhochzeit. Prinzessin Grace verdankt die Modewelt gleich zwei
Klassiker: Das sogenannte Grace-Kelly-Tuch und die als „Kelly-Bag“ bekannte Damenhandtasche von Hermès.
Als Kelly im Herbst 1956 die USA besuchte, ging ein Foto um die Welt, auf dem sie die Tasche aus Krokodilleder vor dem Körper trägt. Kurz darauf wusste man: Grace Kelly ist schwanger. Mit der Tasche hatte sie anscheinend versucht, den noch kleinen Babybauch mit Prinz Albert darin vor den Kameras der Paparazzi zu verstecken.
Für Hermès, bis dahin auf Sattel, Taschen und Reisegepäck spezialisiert, war dies wie ein Sechser im Lotto. Plötzlich wurde aus dem kaum beachteten Taschenmodell mit dem einfallslosen Namen Petit Sac Haut à Courroies (Kleine Tasche mit Trageriemen) der Verkaufsschlager „Kelly-Bag“. Sie wurde zum Klassiker.
Ebenso berühmt ist das Grace-Kelly-Tuch, genauer: die Art und Weise, wie der Seidenschal gebunden wird: unter dem Kinn gekreuzt und hinter dem Kopf verknotet.
Grace Kelly machte diesen Look in ihren Filmen bekannt, kultivierte ihn aber auch später im Privatleben und machte ihn zum Mythos. Er gab ihr eine Aura von Kühle und Distanz.
Was aber zunächst auch daran lag, dass sie wenig Französisch sprach. Zudem litt sie unter Depressionen, was Rainier III. sogar dazu brachte, ihr ein Comeback als Schauspielerin
zu ermöglichen. Mit Regisseur Alfred Hitchcock hatte sie drei ihrer größten Erfolge kurz hintereinander gedreht: Bei Anruf Mord und Das Fenster zum Hof im Jahr 1954 sowie Über den Dächern von Nizza im Jahr darauf. In dem Film Marnie hätte sie eine notorische Kleptomanin spielen sollen. Doch die Rolle hätte nicht zu ihrem gesellschaftlichen
Status gepasst, das monegassische Volk protestierte lautstark gegen diese Pläne. Und so wurde nichts aus der Fortsetzung ihrer Schauspielkarriere.

Andreas Nöthen